SuklaaTalvella
28.05.2026, 17:26

+11Zwei neue Technic-Zahnräder - und die haben es in sich

Da hier der eine oder andere auch mal was mit Technic baut, sei der Hinweis angebracht, dass es mit dem in Kürze erhältlichen Set 11380 zwei neue Zahnräder eingeführt werden.



Dabei handelt es sich erstens um ein "einfaches" 64er-Zahnrad, das im Video bei 48:07 verbaut wird. Es ermöglicht Über- bzw. Untersetzungen bis zu einem Verhältnis von 8 bzw. 1/8, wenn man es mit einem kleinen 8er-Zahnrad kombiniert.

[image]



Zweitens - und das ist die interessantere Innovation - gibt es eine neues 20er-Zahnrad, das im Video bei 16:16 eingebaut wird. Es dreht mit der eingesteckten Kreuzachse nur in einer Laufrichtung und schaltet in der anderen Laufrichtung in Leerlauf-Modus. Das freut mich als GBCler natürlich besonders, da es da das eine oder andere Modell gibt, das nur in eine Richtung betrieben werden darf, weil es sonst nicht funktioniert, blockiert, kaputt geht oder gar mit Bällen um sich schießt. Mit dem Zahnrad muss man nicht mehr darauf achten, den Strom richtig herum anzuschließen oder den Handregler mit irgendwelchen Teilen für eine Drehrichtung zu blockieren.

[image]



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rgbs
01.06.2026, 19:09

Als Antwort auf den Beitrag von jpsonics

Re: Zwei neue Technic-Zahnräder - und die haben es in sich

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jpsonics hat geschrieben:


Die "Schulbuch"-Bilder hast du sogar selbst geliefert.

Nun ja, und da erkennt man doch, dass eineindeutig eine Beanspruchung auf Verbiegung gegeben ist.
Und zu deinem Beispiel mit dem Sprungbrett:
Schon allein durch die Schwerkraft verbiegen sich waagerecht aufgehängte Teile (nicht ohne Grund wurde die Hängebrücke erfunden), wobei die Anzahl der oder der Ort der Auflagerpunkte nur eine untergeordnete Rolle spielt.
Ganz simples Beispiel:
Ein Brett 2m in der Mitte aufgehängt. An beiden Enden 1000kg anhängen. Meinst Du allen Ernstes es verbiegt sich nicht?
Und zu Deinem Berufsleben:
Wenn Du wüsstest, was ich als IB-Ing. alles "verbrochen" habe, würdest Du Dich nicht mehr vor die Tür trauen.

Gruß
R.G.



Lego-Land
01.06.2026, 19:46

Als Antwort auf den Beitrag von SuklaaTalvella

+2Re: Zwei neue Technic-Zahnräder - und die haben es in sich

Als 1977 das Lego Auto-Chassis (853) raus kam, kannte meine Begeisterung keine Grenzen, bis dann das Kronenzahnrad (3650a) auf der Hinterachse die "Grätsche" machte. Gott sei Dank hatten wir in der Nähe ein vedes-Fachgeschäft, die mir dann auch ein Ersatzteil dieses Zahnrads besorgen konnten.

Im Grunde ist das Thema bei Lego-Technik also nichts Neues. Wer stabile Zahnräder möchte, sollte jene aus Set 801 nehmen.


L.G. Lego-Land


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Steintoeter
01.06.2026, 21:31

Als Antwort auf den Beitrag von SuklaaTalvella

+1Re: Zwei neue Technic-Zahnräder - und die haben es in sich

OK.

Poppcorn und Cola.

Die Palme freut sich auf Besuch.

Ob ein Bauteil durch Biegung, Torsion, Abscherung oder Hebel zerbröseld, ist dem dem's passiert absolut egal.
Wenn ich was kapput bekommen will, dann schaff ich das meist auch.
Wenn aber was so gebaut ist, das es kapputt gehen muss, kann man Dummheit, Unvermögen oder Absicht vermuten.
Für mich hier letzteres.
Ein Zahnrad sollte gewisse Kräfte aushalten ohne sofort zu kolabieren.
Das Lego-Zahnräder einiges aushalten beweisen etliche Untersetzungsbauten bei Du-Schlauch.
Dieses ist für solche Versuche mit Sicherheit nicht geeignet.
Und für viele andere Anwendungen, bei denen bestimmt mehrere, oder alle der genannten Kräfte einwirken, wird es, konstruktionsbedingt, keine Option sein.

Mehr wollte ich als Bedenken nicht äusern.
Sollte jemand Freude daran haben, hier eine ausführliche Kräfteberechnung incl. realem Versuchsaufbau und Messreie erstellen, dann kann das gerne gemacht werden.
Eventuell hat jemand daran sogar Interesse.

Meine Schlußfolgerung bleibt:
Die Teile sind neu
Die Teile sehen schön und praktisch aus
Ob sie was taugen, zeigt die Zeit.

Grüße
ST



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rgbs
01.06.2026, 22:31

Als Antwort auf den Beitrag von Steintoeter

Re: Zwei neue Technic-Zahnräder - und die haben es in sich

Steintoeter hat geschrieben:

OK.
Ob ein Bauteil durch Biegung, Torsion, Abscherung oder Hebel zerbröseld, ist dem dem's passiert absolut egal.
Wenn ich was kapput bekommen will, dann schaff ich das meist auch.

Ich stelle ja nicht in Frage, dass man auch prima durch das Leben kommt, wenn man keine Ahnung von Physik hat, (aber z.B. wird das "kaputt machen" einfacher, wenn man über entsprechende Kenntnisse verfügt).
Man muss dann halt nur damit leben, dass man verars*ht wird.

Gruß
R.G.



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Carrera124
02.06.2026, 11:56

Als Antwort auf den Beitrag von Walvater

+2Re: Zwei neue Technic-Zahnräder - und die haben es in sich

Walvater hat geschrieben:

Hallo in die Runde!

Warum macht ihr hier so ein Fass wegen der der Haltbarkeit des 64er Zahnrads auf? Die Bauform ist deshalb so gewählt, damit sie optisch einer 4-Arm-Kurbelgarnitur, wie sie aktuell von den Top-Komponentenausstattern angeboten werden, halbwegs entspricht.


Das stimmt zwar. Aber da es sich hier um Lego handelt, besteht die realistische Möglichkeit, dass wir diese Teile zukünftig auch in anderen Sets sehen werden. Mutmaßlich dann in anderen technischen Konstruktionen, möglicherweise dort auch stärker belastet als in einem Deko-Rennrad-Modell.

Insofern finde ich die Frage nach der technischen Haltbarkeit / Belastbarkeit durchaus berechtigt und interessant.


Grüße an meinen Stalker


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rgbs
02.06.2026, 15:49

Als Antwort auf den Beitrag von Walvater

Re: Zwei neue Technic-Zahnräder - und die haben es in sich

Walvater hat geschrieben:


Fazit: Kein schönes Set und natürlich mal wieder maßlos überteuert!

Wenn man mal bedenkt, dass heutzutage 1kg Kartoffeln im "Dauerwucherpreissupermarkt" ca. 1,40€ kostet, oder dass die Telekom den Preis für meinen Internetanschluss (bei einer angeblichen Inflationsrate von 2,6%) um 5,4 Prozent erhöht hat, ist es doch ein Schnäppchen.

Gruß
R.G.



Ben®
04.06.2026, 15:12

Als Antwort auf den Beitrag von rgbs

+4Re: Zwei neue Technic-Zahnräder - und die haben es in sich

rgbs hat geschrieben:

jpsonics hat geschrieben:

Auf Biegung wäre aus meiner Sicht nur in zwei Fällen richtig.

Fall #1:
Es gäbe nur einen Steg. Die Kreuzachse wäre der "Fixpunkt" und auf der Seite des einzelnen Steges wirkt eine Kraft 90° zum "Hebelarm" Kreuzachsenmitte-Krafteinwirkungspunkt.

X-(↑)---

Fall #2:
Quasi der gleiche Aufbau. Mit beiden Stegen. Ich wirke aber mit der Kraft beidseitig, ABER in gleicher Richtung ein.

---(↑)-X-(↑)---


Hier wirken aber (durch die Stege) übertragbare Drehmomente. Während auf der einen Seite die Kraft nach unten wirkt, wird sie durch die Stege und den Ring in gleichlaufender Drehrichtung auf den zweiten Steg nach oben übertragen.

---(↓)-O-(↑)---

und damit aus meiner Sicht --> Torsion.



Nun ja, Du hast nur vergessen (oder man hat vergessen es Dir beizubringen), dass Kräfte und damit auch Beanspruchungen Vektoren sind.

[image]


Es ist auch vollkommen egal, ob es eine Speiche ist, oder es 100 sind.

Gruß
R.G.

[eingefügt:]

Betrachte doch einfach mal die beiden Stege (die "Sollbruchstellen) des Zahnrades.

[image]


Deren Länge ist nicht Null (wie ich schon in einem vorherigen Beitrag geschrieben habe), weswegen eine Beanspruchung auf Biegung vorliegt.
[Ende eingefügt]




Moin!

Also wenn zwei sich streiten... Dann ist der Zeitpunkt da, an dem der Dritte sich blamieren kann.
Mit viel Amüsemont habe ich die oben und vorausgegangene Behauptungen gelesen, und erkläre hiermit 95% davon als Quark!
Als Maschinenbauer aus dem Bereich Maschinenelemente fühle ich mich berufen, meine Einschätzung abzugeben:

Natürlich handelt es sich bei der Belastung in den kleinen Sollbruchstellen um einen "dreiachsigen Spannungszustand! (*)" Es überlagern sich alle Fälle von Biegung (Druck+Zug), Torsion und Scherung.
Jetzt möge wer eine FEM Software dransetzen, und kann die lokalen Versagenspunkte ermitteln.

[image]



########

Als Praktiker kann ich aber zu einer Einschätzung kommen und die sagt: hier liegt ganz offensichtlich Scherung als wahrscheinlichstes Schadenseintrittsszenario vor.

Ich sehe zwei Schwachstellen: einmal die bereits ausgemachten Stege (die längeren magentafarbenen Pfeile) oder auch gleich innen an der Nabe die kurzen Pfeile. (Man kann dem 2-D Bild nicht ganz ansehen, wo mehr Material vorliegt; innen sind die Kräfte aber größer, daher erwarte ich dort die Abscherung, denn um eine solche handelt es sich.

Das Bild des Zahnrads oben trifft das Problem schon sehr gut. Nähme man ein Skalpell und schneidet 2x in Richtung der Pfeile das wenige Material durch und wird dann das Zahnrad bestimmungsgemäß einsetzen (außen wirkt ein Moment am großen Zahnkranz, innen das gleiche gegen-gerichtete Moment auf die Kreuzachse), dann wird beim geschnittenen Zahnrad die "Buchse" im Zentrum durchrutschen. An der Trennstelle scheren also die beiden Flächen aufeinander ab. Diese Scherkräfte wirken auch bevor ich ein Skalpell angesetzt habe. Und diese Scherkräfte sind vergleichsweise riesig, denn aussen wie innen gilt: Moment = Kraft x Hebelarm. Innen ist der Hebelarm nur ~4 mm. Entsprechend ist die (Scher-)Kraft riesig und damit maßgeblich für einen Schadenseintritt.

Da die ausgemachte Sollbruchstelle aber extrem kurz ist (Limes gegen Null!), wird die sich nicht großartig biegen (also nicht so wie bei dem Zweispeichenrad oben dargestellt). => Biegung ist hier kein Thema.

Torsion dieser Speichen würde nur bei "unüblichen" Belastungsfällen auftreten (klar gibt es gerade bei Lego immer auch solche Fälle). Aber bei Einsatz als Zahnrad werden die "Sollbruchstellen" nicht tordiert.

Folglich: 3-achsiger Spannungszustand mit maßgeblicher Dominanz von Scherkräften. Q.E.D.

Dr.-Dipl.-Ing. B.














*) mit dem Killer-Wort kriegt man jede Diskussion beendet und der Prof. kann sich aus der Situation reden, ohne sich zu blamieren!


[image]



mehr Bilder gibt's hier:

[image]


"blay s....!" - Aber China Klone (puke!) sind noch viel schlimmer...


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legopapi
04.06.2026, 18:08

Als Antwort auf den Beitrag von Ben®

Re: Zwei neue Technic-Zahnräder - und die haben es in sich

Ben® hat geschrieben:

Dr.-Dipl.-Ing. B.


Das geht ja nun gar nicht! Mein Brüderchen ist ein Dr. rer. nat => ganz ohne Striche! Meine Tochter hat Bachelor und Master und bastelt an ihrer Promotion, die ihr einen Ph.D., aber auch keine Bindestriche einbringen wird!

[image]


Aber mal im Ernst: Die Schreibweise Dr.-Dipl.-Ing. ist mir in den letzten 60 Jahren nie begegnet. Ist die Schreibweise hochschulspezifisch?



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