rolfk
26.06.2026, 10:56

Mittelalter Thema ...

... ist ja sehr beliebt, denke ich. Aber ein Gedanke meinerseits, das wohl zutreffen würde ist: Das Mittelalter ist sehr interessant für die meisten, keine Frage. Aber was bedeutet es denn im Mittelalter zu leben. Hunger ist für die meisten an der Tagesordnung, Eine gescheite Arbeit nur für die wenigsten. Kaum Gesetzte. Aus heutiger Sicht ganz einfaches Leben und für die meisten ein Überlebenskampf täglich. Kann man zwar oft auch auf heute projizieren, aber im Mittelalter war es deutlich härter zu leben als heute.

Ebenso das Thema Piraten. Der stärkste überlebt, keine Gesetzte usw.
Möchte man da leben?

Nur mein Gedanke zu diesen Thema.


Beste Grüße, Rolf

* Das Avatar Bild bin ich, aber mit einer KI (ChatGPT) generiert wie ich mit 80 oder 90 Jahren aussehen könnte.


XlegostenikerX
26.06.2026, 12:07

Als Antwort auf den Beitrag von rolfk

+7Re: Mittelalter Thema ...

rolfk hat geschrieben:

Hunger ist für die meisten an der Tagesordnung, Eine gescheite Arbeit nur für die wenigsten. Kaum Gesetzte. Aus heutiger Sicht ganz einfaches Leben und für die meisten ein Überlebenskampf täglich. Kann man zwar oft auch auf heute projizieren, aber im Mittelalter war es deutlich härter zu leben als heute.


Lieber Rolf,

da muss ich einmal eine Lanze (Wortspiel durchaus beabsichtigt) für das Mittelalter brechen! Die heute noch verbreitete Vorstellung eines "dunklen" Mittelalters stammt vor allem aus der Zeit des Humanismus, in der man sich explizit von der Phase davor (eben dem Mittelalter) abgrenzen und als etwas Besseres darstellen wollte, in Anlehnung an die vermeintlich deutlich bessere und "hellere" Antike. Dieses Bild ist so aber nicht haltbar. Hunger war trotz immer wieder vorkommender Missernten keineswegs an der Tagesordnung (wir sprechen beim europäischen Mittelalter von einem Zeitraum von knapp 1.000 Jahren von ca. 500-1500 n.Chr.), es gab bereits im Früh- und vor allem im Hoch- und Spätmittelalter eine teilweise sehr fein ausdifferenzierte Welt an Arbeitsfeldern inkl. Organisationen wie Zünften, Gilden, dem Verlagswesen, mit interkontinentalem Handel etc. Gesetze sind mannigfach belegt.

Wenn man auch zu vielen Zeitpunkten nicht von einem überall geltenden Recht sprechen kann, haben wir diesen 1.000 Jahren eine enorme Vielfalt an Stadtrechten, Landrechten, Stammesrechten und auch kodifizierten Rechtssammlungen, die das zu Beginn des Mittelalters noch häufig übliche mündlich überlieferte Recht ablösten. Frei, unfrei, Hörig, familia, mehrere unterschiedliche Rechtsbezirke mit eigener Gerichtsbarkeit innerhalb einer Stadt: Die Rechtsstruktur war ebenso facettenreich wie die Arbeits- und Lebenswelt der Menschen.

Natürlich kann man "das Mittelalter" nicht ohne Weiteres mit heute vergleichen, es kommt auf die Vergleichspunkte an. Pauschalurteile sind nie die Lösung, es kommt immer auf Zeit, Raum, soziale Gruppe, Berufsgruppe, Rechtsgruppe und viele weitere Kategorien an. Ich könnte jetzt noch seitenweise Ausführungen anhängen, auch zu Themen wie "übermächtige Kirche", alles war dreckig, man wurde nur 30 und galt mit 45 schon als steinalt (nein, die hohe Kindersterblichkeit drückt einfach die statistische Lebenserwartung, die tatsächlich niedriger war als heute; aber diese Kindersterblichkeit war bis ins 18. und teilweise 19. Jahrhundert in Europa hoch), aber belasse es an dieser Stelle dabei. Mir war es einfach ein Bedürfnis, das niederzuschreiben und hoffe, dein Interesse geweckt zu haben, dich ein wenig näher mit den klassischen Vorurteilen über "das Mittelalter" (und auch andere Epochen der Geschichte) zu beschäftigen.

Zum Piratenthema äußere ich mich nicht, da habe ich zu wenig Ahnung von; glaube aber trotzdem, dass auch da viele Fehlvorstellungen herrschen (auch bei mir), Hollywood und anderen Akteuren der Geschichtskultur sei Dank.

Liebe historisch begeisterte Grüße!



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XlegostenikerX
26.06.2026, 12:12

Als Antwort auf den Beitrag von XlegostenikerX

Re: Mittelalter Thema ...

Kurze Ergänzung: Das Mittelalter zu romantisieren und die Probleme, die es gab, zu ignorieren, ist natürlich auch nicht zielführend. Die Mischung und eine ausgewogene Betrachtung macht’s - wie so häufig.



friccius
26.06.2026, 12:24

Als Antwort auf den Beitrag von rolfk

+1Re: Mittelalter Thema ...

Hi Rolf!

rolfk hat geschrieben:

...Ebenso das Thema Piraten. Der stärkste überlebt, keine Gesetzte usw...

Das Thema Piraten greife ich mal auf: Ja, der Stärkste überlebt in einer "Gewaltgesellschaft". Nun ist es aber auch unter Piraten nicht ganz gesetzlos zugegangen. Auch denen war klar, daß man in einer selbstgefundenen Gemeinschaft Regeln für das Zusammenleben braucht, die zu befolgen sind. So gab's z.B. eine Ordnung von Batholomew "Black Bart" Roberts (nicht zu verwechseln mit Edward "Blackbeard" Thache[oft auch Teach oder Thatch]), die genau Festlegte, wie die Beute zuverteilen ist, was passiert, wenn jemand im Gefecht seine Position verläßt, wie die persönlichen Waffen gepflegt werden müssen, was mit dem passiert, der Frauen oder Kinder an Bord bringt, ab welchen Beuteanteil für jemanden der Ausstieg aus der Piraten-Gemeinschaft möglich war, usw. Auch gab's Regeln für die Versorgung der im Gefecht verletzten Crewmitglieder oder möglicher Hinterbliebener.
Man muß dabei bedenken, daß viele Piraten ehemalige Marineangehörige waren (Kriegs- oder Handelsmarine), die nach einem Krieg abgemustert wurden und nun irgendwie ihren Unterhalt bewältigen mußten. Sehr viele kannten außer Seefahrt und Kämpfen nichts anderes.
Und natürlich war das Risiko früh zu sterben unter Piraten sehr hoch. Schließlich war so ein Seegefecht kein Zuckerschlecken.

Als gut geschriebenen Einstieg kann ich da das Buch von Alexander Querengässer und Sascha Lunyakov "Piraten in der Karibik - Das goldene Zeitalter der Seeräuberei 1600-1725" empfehlen.

rolfk hat geschrieben:
...Möchte man da leben?...

Ich möchte da nicht leben. Aber da spreche ich ausschließlich für mich selbst.

Vie leG rüße
Andreas


Wer LEGO® verfälscht oder nachmacht, oder verfälschtes oder nachgemachtes LEGO® in Umlauf bringt, wird mit MegaBloks nicht unter fünf Jahren bestraft.

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rolfk
26.06.2026, 15:16

Als Antwort auf den Beitrag von rolfk

Re: Mittelalter Thema ...

Das was @.XlegostenikerX schreibt, ist schon was dran und ich bin da auch absolut dafür. Ich selbst hab mich noch nie mit Mittelalter (allgemein) befasst. Auch bei den Piraten mag es „gesitteter“ zugegangen sein als man glaubt. Zumindest war das Leben damals viel rauer als heute. Da zu leben kann man sich ja nicht aussuchen, aber ne, muss nicht sein.


Beste Grüße, Rolf

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Matze2903
27.06.2026, 02:30

Als Antwort auf den Beitrag von rolfk

+2Re: Mittelalter Thema ...

Warum immer so realistisch nüchtern denken. Das schöne ist doch an LEGO, das man sich seine schöne Welt bauen kann, so wie es einem gefällt. Die Realität holt einen wieder ein, wenn man in das aktuelle Leben eintritt. Und dieser Welt mit allseinen Problemen kann man mal ne Zeit entfliehen mit LEGO So lang man nicht ganz aus der Realität abtaucht ist das doch wunderschön, u.,a eine Welt mit König und Königin mit Prinzen und Prinzessinnen, dem Prinz der blauen Berge.......


Wenn der Vorhang fällt, sieh hinter die Kulissen - Die Bösen sind oft gut und die Guten sind gerissen
Geblendet vom Szenario erkennt man nicht - Die wahren Dramen spielen nicht im Rampenlicht


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Grimmona
28.06.2026, 07:41

Als Antwort auf den Beitrag von rolfk

+4Re: Mittelalter Thema ...

Lieber Rolf,

ich weiß nicht ganz worauf du hinaus willst? Darf man sich jetzt nur mit Dingen beschäftigen, die gut und positiv sind, oder mit Zeiten in denen man leben möchte? Also ich finde man kann in jeder Epoche etwas Schlechtes finden, Kriege, Katastrophen, Sklaverei... und damit sind wir heutzutage ja noch gar nicht auf der ganzen Welt durch, gerade das schlimme Erdbeben ins Venezuela, über Kriege muss ich nichts sagen und Sklaverei ist in jeglicher Form immer noch nicht abgeschafft. Also bauen wir in Zukunft mit Lego nur noch Utopien von einer Zeit die wir uns erhoffen, dass es sie mal geben wird...

Und vielleicht ist es genau das, weswegen sich viele halt gerne mit diesen Themen (Mittelalter insbesondere) beschäftigen, weil man kann sich da sein eigenes utopisches Idial rauspicken, ohne die schlimmen Aspekte zu übernehmen.

Das ist meine Meinung zu dem Thema


Hi ich bin diejenige, Mit den Lego Youtuber Parodien

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rolfk
28.06.2026, 10:39

Als Antwort auf den Beitrag von rolfk

Re: Mittelalter Thema ...

Nun ja, da denke ich wirklich zu „einseitig". Verbinde diese Zeit und Gesellschaft eigendlich nur mit dem Schlechten und Negativen. Jede Epoche oder Zeitabschnitt hat positives und negatives, keine Frage. Ich verbinde die damalige Zeit aber als deutlich unangenehmer als heute.

Es geht halt darum, das viele Lego bauen mit dem Thema Mittelalter und in der Regel nur das Positive umsetzen. Soll nicht falsch verstanden werden, Mittelalter, Piraten und Ritter usw. ist auch mein Lieblingsthema.

Hat zwar nichts direkt mit Lego zu tun, aber das was der Mensch im Mittelalter oder (vorher auch) schon gemacht hat, macht er heutzutage auch noch und es wird wahrscheinlich immer so sein. (Gewalt, Verbrechen, Zerstörung, Kriege usw.). Ist aber ne andere Geschichte und will da mit Sicherheit keine Diskussion anfangen.


Matze2903 hat geschrieben:

Warum immer so realistisch nüchtern denken. Das schöne ist doch an LEGO, das man sich ...

Ja, da denke ich zu realistisch. ... mit Lego seine eigene Welt zu bauen und umzusetzen - auch Mittelalter oder Piraten, da gehöre ich auch dazu.


Beste Grüße, Rolf

* Das Avatar Bild bin ich, aber mit einer KI (ChatGPT) generiert wie ich mit 80 oder 90 Jahren aussehen könnte.


Lego-Land
28.06.2026, 12:50

Als Antwort auf den Beitrag von rolfk

+1Re: Mittelalter Thema ...

Deswegen ist mir die Legoland-Serie aus den Siebzigern lieber, da gibt es solche Probleme nicht.


L.G. Lego-Land


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Grimmona
28.06.2026, 16:59

Als Antwort auf den Beitrag von rolfk

+2Re: Mittelalter Thema ...

Lieber Rolf,

du sagst immer noch nicht so richtig was Du willst. Willst Du also, dass Leute das deiner Meinung Schlechte im Mittelalter in Lego umsetzen?

Was wäre das denn? Hexenverfolgung? hat zwar seine Wurzeln im Spätmittelalter, aber kommt erst in der frühen Neuzeit so richtig in Fahrt( und zwar nach Ende der Ketzerverfolgung der Valdenser, was tatsächlich die Blaupause zur Hexenverfolgung ist).

Hungersnot? Welche? wie bereits aufgeklärt worden ist, kein ständiger Begleiter des Mittelalters war, auch wenn das manche Medien gerne behaupten, außerdem Hungersnöte gab es immer punktuell und ganz schlimm war die landesweite Hungersnot in Irland wegen der Kartoffelfäule 1845-1849, weswegen ganz viele Iren dann nach Amerika ausgewandert sind.
Und eine Hungersnot in diesem Ausmaß gab es im Mittelalter einfach nicht, gerade wegen der klugen Landwirtschaft, die betrieben wurde und dem Klimaoptimum das im Mittelalter herrschte.

Dann haben wir noch ein beliebtes Mittelalter ist schlimm Thema die Pest, die hat das Mittelalter tatsächlich nicht erfunden, auch wenn die sieben Jahre von 1346-1353 ein einschneidendes Ereignis waren und etwa ein Drittel der europäischen Bevölkerung gekostet hat. Wenn man seinen Mock außerhalb dieser Zeit datiert ist es aber numal kein zentrales Thema, oder noch gar nicht da.
Aber ich frage mich... forderst du dann auch im gleichen Atemzug über römische Antike Mocks, dass man die Antoninische Pest von 165 - 180/90 dastellt? Wäre nur fair. Und selbstverständlich mehr Bürgerkriege im antiken Rom herrschte schließlich ständig Bürgerkrieg.

Was hätten wir dann noch... Raubritter, Ende Mittelalter und Anfang frühe Neuzeit. Das auch so ein etwas komplizierteres Thema ist, weil es mit der Propaganda der Städte zu tun hat und dem Ende des Rittertums und ich weiß nicht ob das wirklich Sinn macht darzustellen wenn man die Hintergründe nicht mit erklären kann, außerdem in Lego dargestellt verkommt das doch sowieso nur zur Karikatur.

Aber ich muss sagen, es macht mir tatsächlich Spaß, auszudenken wie man realistisches Mittelalter in Lego umsetzen würde und könnte, so ein oder zwei Leprakranke mit Glöckchen am Gewand vor einer Kirche nach Almosen bettelnd oder so... aber wie stellt man das gescheit da?

Ich halte es dennoch für sinnlos den Leuten vorzuschreiben zu wollen wie ein Mittelalter Mock auszusehen hat, das meiste ist ja sowieso fantasy-mittelalter angelehnt an Game of Thrones oder Herr der Ringe oder Dungeon und Dragons in die Richtung. Die haben gar nicht den Anspruch historisch korrekt zu sein, was dein Mittelalter Bild nun mal auch nicht ist,
das ist dir aber auch nicht vorzuwerfen, Du bist ja schließlich kein Historiker und wir werden in den Medien leider von dieser Art Mittelalter Bild bombardiert.

In dem Sinne kann ich nur den Youtube Kanal von Geschichtsfenster empfehlen, der klärt über das verdrehte Mittelalter Bild auf und versucht ein bisschen zu zeigen wie es wahrscheinlich eher ausgesehen hat, aber letztendlich wir waren nicht da wir wissen es nicht.

Mit freundlichen Gruß
Grimmona


Hi ich bin diejenige, Mit den Lego Youtuber Parodien

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Rauy
29.06.2026, 12:11

Als Antwort auf den Beitrag von rolfk

+3Re: Mittelalter Thema ...

Abseits der Diskussion, wie gut oder schlecht denn nun das "wahre" Mittelalter war, denke ich, dass man das hier von "beiden Seiten" (sofern es hier klare Seiten gibt) nicht allzu eng sehen muss. Ja, Rolf hat schon recht, dass beliebte LEGO Spiel- und MOC-Themen oft natürlich viele unschöne Aspekte der jeweiligen Zeit ausblenden. Zwar war das Mittelalter vielleicht nicht so schlimm, wie es uns die Klischees oft verkaufen wollen, aber ich wage trotzdem zu behaupten, dass es sich im hier und jetzt für die meisten doch weitaus angenehmer lebt als damals, trotz der vielen Probleme und Zukunfstängste die uns auch jetzt plagen. Aber ein Set oder MOC ist sowieso seltenst mit dem Wunsch verbunden, darin zu leben. Schließlich nutzen wir LEGO ja zu einem erheblichen Teil auch dafür, Welten zu erfoschen, die wir sowieso nie bewohnen können. Da stellt sich die Frage ehrlich gesagt gar nicht, ob wir das überhaupt wollen.

Und diese Beschönigung gilt ja am Ende für etwa das Mittelalter und die Piraten genauso wie für City oder Sci-Fi. In den wenigsten LEGO-Städten wird sich die Armut und Verwahrlosung finden, die wir auch in unseren realen Städten gerne versuchen auszublenden. Ein schönes Beispiel ist auch das Thema Cyberpunk, sehr beliebt als science-fiction Setting und gerne auch farbenfroh und als Abenteuerspielplatz nach LEGO-Manier umgesetzt. Und doch eine (zumindest für den Ottonormalbürger) furchtbare Zukunftsvision (wenn auch leider keine unrealistische).

Letztendlich läuft es aber darauf hinaus, dass LEGO eben für viele auch ein Rückzugsort in eine zu einem gewissen Maß heile Welt oder in die Kindheit ist, wo die Ritter sich auch wenig Gedanken um Pest und Hungersnot machen mussten. Und das ist ja auch nichts verwerfliches, jedes Setting (na sagen wir fast jedes) kann eine Leinwand für lustig verspielte Welten sein. Da würde ich auch klar "Ritter" von "Mittelalter" unterscheiden und "Piraten" von "neuzeitlicher Seefahrt". Ebenso fordert es mir immer ein Augenrollen ab, wenn den "Historikern" (bewusst in Anführungszeichen, nix gegen Historiker ) unter den Kommentatoren mal wieder zu viele Frauen in den Ritterüstungen stecken. Den Anspruch historischer Akkuratesse haben diese verspielten Welten einfach nicht und den müssen sie meiner Ansicht nach auch nicht haben. Wir müssen auch nicht alles was damals sch...ße war im LEGO-Abbild reproduzieren und man muss nicht jedes Thema immer bierernst nehmen. Dennoch können ja solche Spielwelten trotzdem Kinder dazu ermutigen, sich für historische Schauplätze zu interessieren. Die Realisierung, dass das nicht immer so eine heile Welt war wie bei LEGO, kommt dann mit dem Erwachsenwerden und der Realisierung, dass das auch für unsere eigene Welt gilt, automatisch.

Aber gleichzeitig gibt es, vor allem abseits offizieller Sets, auch viel Spielraum für eine ernstere Auseinandersetzung mit Geschichte oder den jeweiligen beliebten MOC-Settings. Ob das jetzt Szenen zum bereits angesprochenen Schwarzen Tod sind, Modelle von Reaktor 4 in Tschernobyl oder ja, sogar Konzentrationslager. LEGO mag ursprünglich ein Spielzeug sein, aber es ist auch so viel mehr und nicht alles muss immer eine heile Kinderwelt sein. Es kann halt beides und beides hat seine Berechtigung, auch wenn das manchmal bisschen Fingerspietzengefühl bedarf.


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